Travel and Work oder auch Work and Travel
Das Reisen steht bei den meisten Urlaubern oder auslandsorientierten Menschen im Vordergrund. Die Kombination von Erlebnisreisen und engem Kontakt zur örtlichen Bevölkerung wird durch das Konzept das Travel and Work vertritt vollkommen ausgeschöpft. Es ist eine der beliebtesten Reiseoptionen unter Jugendlichen, die gerade Ihren Schulabschluss gemacht haben und Studenten die sich einen interessanten aber preiswerten Urlaub widmen möchten, um dem Studienalltag fürs Erste zu entfliehen.
Die ganz großen Vorteile dieser Reiseoption sind, dass die Teilnehmer während ihres Urlaubs die entstehenden Kosten vor Ort direkt durch gelegentliche Aushilfstätigkeiten decken und so ganz neuartige Einblicke in ihrem Reiseland mitnehmen, die man durch Pauschalreisen nicht gewinnen kann. Der Kontakt zu den Menschen ist auch von einer anderen Art, da man nicht der 08 / 15 Tourist ist für die Einheimischen der sich alles nur von außen anschaut, man ist einfach Bestandteil des Lebens das rund um einen herum pulsiert.
Wer solch eine Erfahrung einmal gemacht hat, wird sie ein Leben lang nicht vergessen!
Zur Geschichte von Travel and Work
Im Sommer 1980 wurde das erste bilaterale Abkommen für Arbeiten und Reisen (Travel and Work) zwischen Japan und Australien abgeschlossen. Das durch dieses Abkommen entstandene Working-Holiday-Visum ermöglichte es den Jugendlichen und jungen Menschen mit japanischer oder australischer Abstammung im Alter von 18 bis 30 Jahren in einem bestimmten Rahmen in dem jeweils anderen Partnerland eine bezahlte Arbeit anzunehmen.
Diesem Pilotprogramm ist die erfolgreiche Entwicklung des heutigen Travel and Work so wie wir es kennen zu verdanken. Nach und nach folgten viele andere Länder diesem Beispiel, das Japan und Australien initiiert hatten. Inzwischen ist es allen jungen Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft möglich, in Ländern wie Japan, Kanada, Australien, Neuseeland oder den USA mit dem WHV zu arbeiten und zu reisen.
Wichtiges zu Travel and Work
Generell wichtig für eine erfolgreiche Travel and Work Erfahrung ist vor allem das Visa. Vom Prinzip her sind alle Working- Holiday- Visa- Bestimmungen gleich, nichts desto trotz gibt es ein paar kleine Feinheiten, die nicht unterschätzt werden dürfen. Die Grundzüge dieser Bestimmungen sind allgemein sehr ähnlich, jedoch ist bis heute noch kein Abkommen in Sicht das alle Länder gleich behandelt. Noch sind die Verhandlungen rein bilateraler Art und finden demnach nur zwischen zwei Länder statt.
Um kurz und knapp die wichtigsten Informationen darzulegen bieten wir Ihnen eine interessante Übersicht an:
- Die Altersbegrenzung beträgt 18 – 30 bzw. 35 Jahre
- Die interessierten Teilnehmer, dürfen weder von Kinder begleitet werden, noch Kinder haben zum Zeitpunkt der Ausreise
- Die Dauer eines Aufenthaltes (mit WHV) ist zeitlich auf ein Jahr begrenzt
- Ein Grundkapital ist verpflichtend: Der Nachweis über 2000 € bis 3000 € auf einem Konto ist Pflicht , wobei dieses Geld auch geliehen sein kann
- Für Praktika jeglicher Art gibt es gesonderte länderspezifische Bestimmungen, sie verfehlen jedoch den eigentlichen Sinn der hinter dem WHV steht. Das Reisen steht im Mittelpunkt und es soll gewährleistet werden dass man zur Ergänzung der finanziellen Mittel vor Ort arbeiten kann.
Die Big Five
Die beliebtesten Länder zum Reisen und Arbeiten sind neben Australien und Neuseeland auch Länder wie Japan, Kanada und die USA.
Hier gibt es grundsätzliche Unterschiede bei dem WHV
Australien
- Das WHV wird nur einmalig vergeben (Ausnahme: sofern der erste Aufenthalt mindestens 3 Monate im ländlichen Australien in der Landwirtschaft war, wird ein WHV auch erneut ausgegeben)
- Eine zwischenzeitige Aus- bzw. Einreise ist gestattet
- Der Arbeitgeber muss mindestens einmal gewechselt werden (kein Job darf länger als ein halbes Jahr durchgeführt werden)
Neuseeland
- Das Working- Holiday- Visa sind begrenzt auf ein festgelegtes Kontingent
- Es besteht keinerlei Pflicht den Arbeitsplatz während des Aufenthaltes zu wechseln
Kanada
- Das Working- Holiday- Visa sind begrenzt auf ein festgelegtes Kontingent
- Für das kanadische WHV darf man bis zu 35 Jahre alt sein
Japan
- Das WHV wird nur einmalig vergeben
- Für ein zweites WHV gibt es bis heute keinerlei festgelegte Ausnahmeregelungen
- Aus – und Einreise während des Aufenthalts müssen speziell vorher durch ein „ re-entry-permit“ beantragt werden
USA
- Es gibt kein klassisches WHV
- Man muss als Vollzeitstudent in einer Universität eingetragen sein
- Detaillierte Informationen gibt es auf der Seite der amerikanischen Botschaft
Wie funktioniert Travel and Work
Jede noch so kleine Reise ins Ausland muss zuvor geplant werden.
Für einen Abstecher ins Ausland bei dem man Travel and Work machen möchte sollte mindestens ein Jahr vor dem gewünschten Ausreisetermin geplant werden. Es ist wichtig sich selbst darüber Gedanken zu machen, in welches Land man möchte und wie die örtlichen Lebens- und Reisebedingungen sind.
- Informationen über das Land
- Die Amtssprache
- Medizinische Vorbeugemaßnahmen ( Impfungen )
- An- und Abreise
- Ein grober Reiseplan
- Gesetzliche Bestimmungen
- Kulturelle Besonderheiten
All dies sind sehr wichtige Bestandteile um die man sich bemühen sollte bevor es los geht. Als nächstes ist es an der Zeit spätestens ein halbes Jahr im Voraus sich um das Working- Holiday- Visum zu kümmern. Dieser Prozess kann nicht nur durch die Bearbeitungszeit ausgedehnt werden, sondern es ist auch empfehlenswert sich schnell um ein WHV zu bemühen, da es in manchen Ländern sehr stark kontingentiert ist. Sehr wichtig ist für die Beantragung, dass man einen noch mindestens 12 Monate gültigen Reisepass besitzt. Besser ist es aber natürlich, wenn der Reisepass noch länger gültig wäre, um eventuelle Reiseänderungen in andere Länder mit einzuplanen. Die Ausstellung eines Reisepasses in Deutschland dauert ca. drei bis sechs Wochen. Für die weitere Planung sollte man mit genügend Vorlaufzeit überlegen, was mit der eigenen Wohnung oder Zimmer geschieht. Empfehlenswerte Optionen sind es sich einen Zwischenmieter für ein Jahr zu suchen oder den Mietvertrag mit der üblichen Kündigungsfrist (3 Monate) zu kündigen.
Sobald alle Fragen zum Visum und zur Handhabung der bisherigen Wohnung geklärt sind, ist es an der Zeit sich um einen Flug zu bemühen. Wer früh bucht, bekommt oft einen besseren Preis und kann oftmals zwischen einem großen Angebot der Fluggesellschaften auswählen.
Nachdem die grundlegenden Dinge erledigt sind, kommt es nun zu den direkten Reisevorbereitungen.
- Was muss noch besorgt werden?
- Isomatte, Schlafsack, Notfall-Apotheke, Landkarte, Reiseführer, Geld und vieles mehr
- Welche Gegenstände können ruhig erst vor Ort beschafft werden?
- Was ist mit einer Reiseversicherung?
- Was ist mit einer Auslandskrankenversicherung im Notfall?
- Soll das Gepäck versichert werden?
- Sind alle finanziellen und bürokratischen Angelegenheiten erledigt vor der Ausreise? (laufende Verträge wie z.B. Handy, GEZ, jegliche Abos, etc.)
- Legt man ein Konto im Ausland an oder informiert man sich über günstige Tarife von lokalen deutschen Anbietern?
- Lebenslauf in der jeweiligen Sprach und auf Englisch für Bewerbungen
- Planen sie Ihren Aufenthalt nicht zu strukturiert. Manchmal braucht man ein wenig mehr Zeit als man vorher gedacht hat
- Zu guter letzt ist es äußerst wichtig, sich auch schon darüber Gedanken zu machen: -- - was passiert eigentlich, wenn ich zurückkomme?
Wie und wo geht mein Leben weiter?
Ein Jahr ist eine ziemliche lange Zeit, die nachher schneller vorbei ist als sie gedacht haben. Es ist empfehlenswert sich schon einmal einen Platz zu suchen, wo man nach der Rückreise unterkommen kann, falls sie Ihre Wohnung oder den vorherigen Lebensort aufgegeben haben.
Gesamtplanung: Individualreise oder organisationsgebunden?
Man kann von vorn herein nicht sagen, welches Konzept besser oder schlechter ist. Die passiert ganz allein schon dadurch, dass es kein besser oder schlechter gibt. Es sind einfach nur zwei verschieden Möglichkeiten sein Travel and Work zu gestalten.
Die Fragen die man sich stellen muss sind ganz einfach nur:
- Was passt zu mir?
- Wo fühl ich mich sicherer?
- Habe Ich viel Zeit mich selbstständig vorzubereiten oder nicht?
Vorteile
- Reisen ohne vorher viel gespart haben zu müssen
- Man ist nicht auf das Geld der Eltern angewiesen
- Man kann frei Entscheidungen treffen
- Wer viel arbeitet und reist, sammelt eine Fülle von spannenden Erfahrungen
Chancen
- es ist eine sehr gute Option seine Erfahrungen zu erweitern und diese dann später im Studium, Ausbildung oder dem weiteren Berufsleben zu nutzen
- Neben Fremdsprachenkenntnissen und Auslandserfahrungen, lernt man durch das Travel and Work auch offen auf fremde Menschen zu zugehen, Eigenverantwortung zu übernehmen und das selbstständige Arbeiten
- In der heutigen Zeit des globalen Miteinander sind die sogenannten „ Soft Skills“ in allen Arbeitsbereichen sehr erwünscht
Grenzen
- Auch für Leute die sich ins Ausland stürzen, sind die Arbeitsmöglichkeiten meist nur sehr eingeschränkt
- Da man eventuell auch nur für kurze Zeiträume Arbeit sucht bleiben einem meist nur Aushilfstätigkeiten übrig, diese werden auch geringer entlohnt
- Die Art der Jobs sind eventuell eher anstrengender Natur, jedoch kann auch in jedem Aushilfsjob fürs leben gelernt werden und ganz bestimmt neue Eindrücke gewonnen werden
Bewerben Sie sich einfach dort, wo sie gerne arbeiten möchten. Denken Sie einfach nur daran, mehr als eine Absage werden Sie nicht bekommen und wo sich manche Türen schließen öffnen sich immer neue auf Ihrem Weg durchs Ausland.